Austern…so riecht Meer, Salz und Sommer!

Teambesprechung, warum nicht mal über Austern schreiben?- „Juhu“, dachte ich nur, „so ein dekadentes Glibber Zeug“! Was ist an Austern denn bitte toll?! Jedes Restaurant, dass etwas auf sich hält, bietet Austern an und jeder hochgestellte Hemdkragen  bestellt diese und isst sie wie arme Leute ihr Butterbrot! Da ich bis dato noch nicht in den Genuss dieser Delikatesse eingeführt worden bin, befragte ich erst einmal eine Freundin. Diese erklärte mir „am besten trinkt man dazu Champagner und hat eine Hochsteckfrisur“. So wie es aussieht ist die Auster mit vielen Mythen und Vorurteilen belastet. Ein wenig neugierig, warum die Auster trotz Vorurteile so einem Hype unterliegt, ging ich auf Recherche. Schnell stellte ich fest, es gibt zwei Lager- die, die sie lieben und die, die nicht wissen, warum man sie isst. Dazwischen ist  nichts! Tatsächlich kann man der Muschel einen hohen Nährwert nicht absprechen. Sie enthält ganze 59 Spurenelemente, 12 Vitamine, 19 Aminosäuren und Omega-3-Fettsäuren. Zudem haben Austern einen sehr hohen Zinkanteil. Dies wiederum stärkt bei einem gesunden Menschen das Immunsystem, kann die Denkkraft verbessern und stärkt Haut, Haare und Nägel. Die Aminosäuren stärken unsere Nerven und Muskeln. Das sind auf jeden Fall Pluspunkte für die Auster. Wer möchte nicht gesund, intelligent und schön sein?

Die Auster ist, wenn man sie genauer betrachtet ein faszinierendes Tier. Die ersten 12 Std ihres Lebens treibt sie im Wasser und sammelt Kalzium. Aus diesem Kalzium bildet sie Ihre Schalen. Anschließend sinkt sie auf den Meeresboden oder auf Steinvorsprünge und siedelt sich dort an. So bilden sich die bekannten Austernriffe, die vielen Fischen und Weichtieren ein neues Zuhause bieten. Sie filtert bis zu 200 l Meerwasser täglich. Dadurch übernimmt sie eine wichtige Rolle im Ökosystem der Meere.

Im Inneren ist sie wie ein Schwamm und speichert Giftstoffe. Die zunehmende Verschmutzung der Meere führt bei ihr zu Vergiftungen bis hin zum Tod! Dies ist auch der Grund, warum Austern, die zum Verzehr gereicht werden aus kontrolliertem Anbau stammen sollten! Obwohl Vergiftungen sehr selten  sind, sollten Schwangere und schwer kranke Menschen auf den Genuss von Austern verzichten!

Wie meine Freundin mir schon ganz richtig erklärte, trinkt man zu Austern am besten Champagner oder trockenen Weißwein. Und obwohl auf den ersten Blick nicht erkennbar, haben Austern und Wein Gemeinsamkeiten. Genau wie bei Wein der Boden das Aroma bestimmt, entscheidet bei der Auster die Lage und das Wasser ihr Aroma sowie ihren Nährwert.

Fasziniert davon das Austern nicht nur grauer Glibber sind, sondern besondere Lebewesen, habe ich festgestellt, dass Austern zudem keine neue Entdeckung sind. Seit Jahrtausenden weisen sie eine kulinarische Historie auf. Fast jede Epoche in der Geschichte ist kulinarisch von Austern begleitet. Keine andere Muschelart besitzt kulturhistorisch auch nur annähernd den Stellenwert der Auster. Und diese war lange nicht nur den Reichen und Schönen vorbehalten, sondern galt z.B. in Frankreich als Grundnahrungsmittel.

Nun die wichtigste Frage für meine von Vorurteilen geprägte Meinung, was ist mit dem Geschmack? Lohnt es sich zur Auster zu greifen? Die Antwort ist JA! Ich kenne keine Speise, die so schön nach Meer schmeckt und mich so sehr an einen lauen Sommerabend, einer leichten Brise und die herrliche Salzluft erinnert wie die Auster!

Liebe Auster schenk uns doch ein wenig Sommer- und Urlaubsfeeling!
Eure Sarah!

Erläuterungen zum Genuß von Austern:

Austern sind immer lebend zu genießen. Tote Austern erkennt man an der geöffneten Schale. Sie können lebensgefährliche Vergiftungen verursachen. Während sie in Asien oft gegart werden, reicht man Sie hier zulande roh also lebend! Dazu wird häufig frische Zitrone gereicht. Durch die Säure zuckt das lebende Tier, der Test ob die Auster lebendig ist oder nicht. Der echte Gourmet allerdings genießt die Auster pur.  Einen teuren Wein würde man niemals in einem Cocktail „verfeinern“,  will man die Note, das Bukett, das Besondere. Und so ist es mit der Auster!

P.S.  An alle die Mitleid beim Essen haben. Die Auster hat, was wissenschaftlich nachgewiesen ist, keine Gefühle! Also runter mit dem Glibber Zeug 😉

Quellen:

www.ergomaxshop.de

www.austern.com

www.welt.de